Partagas
Wenn es eine besonders berühmte Cigarrenfabrik in Havanna gibt, dann ist das Partagás. Sie befindet sich in der Calle de la Industria 520, genau hinter dem Gebäude des Capitol, im Herzen der Stadt.
Die Manufaktur wurde 1845 von Don Jaime Partagás eröffnet und produziert seither ohne Unterbrechung Cigarren, die seinen Namen tragen.
Eine Partagás kann man sofort an ihren schweren und erdigen Aromen erkennen, die den üppigen Charakter der klassischen Habanos intensiv widerspiegeln.
Der Charakter dieser Cigarren geht auf Tabake aus der Region Vuelta Abajo zurück, die wegen ihrer unverwechselbaren Reichhaltigkeit in Geschmack und Aromen ausgewählt werden.
Partagás sind in einer großen Auswahl an Formen und Formaten erhältlich. Die bekanntesten sind die "Serie D No. 4", die legendäre "Lusitania" und die "8-9-8", eine Cigarre, die ihren Namen von der Art und Weise erhielt, wie sie in der Kiste angeordnet ist.
Alle Formate sind 'totalmente a mano, tripa larga' - vollständig von Hand gefertigte Longfiller.
Geschmack: stark
Don Jaime Partagás gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der cubanischen Tabakgeschichte. Er ist der Gründer der berühmten Partagás-Cigarrenmanufaktur im Jahr 1845. Sein vollständiger Name lautet Jaime Partagás y Rabell. Der Katalane, um den sich eine ganze Reihe von Geschichten und Legenden rankt, wurde auf seiner eigenen Tabakplantage, der Vega Hato de la Cruz in der Vuelta Abajo ermordet. Dieses Verbrechen ist bis heute genauso unaufgeklärt, wie nach Erzählungen der Arbeiter aus der Fabrik in der Calle Industria, das mysteriöse Auftauchen des Don Jaime nach seinem Tod.
Auf dem Gelände der heutigen Partagás-Fabrik stand seit 1827 ein anderes Gebäude, das ein sogenanntes „Chinchalito“ beherbergte. Der Begriff „Chinchalito“ bezeichnet eine dieser unzähligen kleinen Cigarrenmanufakturen, die es im späten 18., frühen 19. Jahrhundert in Cuba gab. Es handelte sich dabei um kleine Familienunternehmen, die Geschäft, Fabrik und Wohnsitz unter einem Dach hatten.
Im Jahre 1845 erbaute Partagás an dieser Stelle, in der Calle Industria 60 (das Gebäude trägt heute die Nummer 520) die „Königliche Cigarrenmanufactur Partagás“, direkt hinter dem Capitol, im Herzen der Stadt Havanna. Es ist inzwischen die älteste Cigarrenfabrik Cubas, die heute noch in Betrieb ist. Schon zu Partagás Lebzeiten müssen die Geschäfte ausgezeichnet gelaufen sein, denn für die damalige Zeit war dies eine sehr große Fabrik. Die Bezeichnung „Königliche Manufaktur“ hat sich Partagás einer Legende zufolge dadurch verdient, dass er bedeutende Persönlichkeiten Europas und Mitglieder arabischer Königshäuser mit Cigarren belieferte. Ein Grund seines Erfolges war die Tatsache, dass er einige der besten Plantagen der Vuelta Abajo besaß und persönlich den Tabak für seine Cigarren auswählte. Als erster experimentierte er außerdem mit unterschiedlichen Fermentationsarten und reifegelagertem Tabak.
Seit 1860 wurde in der Fabrik ein Vorleser beschäftigt, der den Rollern laut vorlas. Damit wurde die zum Teil recht monotone Arbeit der Roller weniger langweilig und die Arbeiter außerdem gebildeter. Ob er, wie behauptet, tatsächlich der erste gewesen ist, der dies tat, steht nicht zweifelsfrei fest.
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, entweder 1864 oder „in der Nacht des 17. Juni 1868“ (beide Todesdaten werden in den Quellen genannt) wurde Partagás auf einer seiner Plantagen durch einen Schuss verletzt und erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen. Die Umstände seines Todes sind nie eindeutig geklärt worden, eine Legende erzählt, dass ein Rivale einer seiner amourösen Affären der Mörder sei.
Sein Sohn José Partagás übernahm daraufhin die Geschäfte. Ende des Jahrhunderts veräußerte die Partagás-Familie die Fabrik an einen Banker namens José A. Bance. 1900 verkaufte dieser dann an „Cifuentes, Fernandez y Cía“, wobei der Grund dafür nicht ganz klar ist. Die Arbeiter der Fabrik berichteten von finanziellen Schwierigkeiten während des zweiten Unabhängigkeitskrieges von 1895 bis 1899.
Im Jahre 1954 kamen zur Marke Partagás die Marken Bolívar und La Gloria Cubana hinzu, die seitdem auch in der Partagás-Fabrik produziert werden. Während der Revolution war Partagás der zweitgrößte Cigarrenexporteur nach H.Upmann.
Nach der Revolution, 1961, verließ die Cifuentes-Familie Cuba, die Partagás-Fabrik ging in staatliche Hand über. Seitdem werden in der Fabrik neben Partagás vor allem auch die Habanos der Marken Bolívar und Ramón Allones produziert, allesamt Cigarren von eher kräftigem Geschmack.






